Stellungnahme des Vorstands zur Wissenschaftsfreiheit in Deutschland

12.2.2024

***English version below***

Als Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) beobachten wir mit großer Sorge, dass sich in Deutschland arbeitende Wissenschaftler:innen immer stärker in der Wahrnehmung ihrer Grundrechte der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen. Forschung und internationaler akademischer Austausch drohen umfassend beeinträchtigt zu werden, wenn unterschiedlich positionierte und international arbeitende Spitzenforscher:innen vermittelt bekommen, dass sie ihrer Arbeit in Deutschland nicht frei nachgehen oder öffentlich Stellung nehmen können.

Wir betonen die unbedingte Notwendigkeit, Antisemitismus, Rassismus, und Islamophobie in Deutschland und weltweit zu bekämpfen. Dies lässt sich jedoch nicht durch die Überwachung von Wissenschaftler:innen, ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer persönlichen Stellungnahmen erreichen, wie es nun in mehreren Fällen aus Deutschland, Österreich, und der Schweiz an uns herangetragen wurde. Wir beobachten mit Sorge, wie insbesondere Wissenschaftler:innen, die aus Diskussionskulturen im Ausland nach Deutschland kommen oder zeitlich befristete Stellen annehmen, um ihren Ruf fürchten müssen und sich in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen, wenn sie sich zum Israel/Palästina-Konflikt äußern. Auseinandersetzungen um den Israel/Palästina-Konflikt lassen sich nicht ausschließlich mit den Mitteln der Antisemitismustheorie oder -kritik einordnen. Es ist notwendig und legitim, historisch gewachsene, politische, religiöse, kulturelle, ökonomische, ethnische und nationalistische Konfliktdimensionen mit in den Blick zu nehmen und zu diskutieren. Die Ausgrenzung von Wissenschaftler:innen, die ihre im Grundgesetz verankerte Wissenschafts- und Meinungsfreiheit wahrnehmen, darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein; vielmehr werden dadurch notwendige Debatten verhindert.

Angesichts von Terror, Krieg und Zerstörung in Israel/Palästina und unermesslichem Leid auf allen Seiten beobachten wir eine Zuspitzung von Stellungnahmen und öffentlichen Positionierungen. Dies betrifft in besonderem Maße international meinungsstark geführte Debatten auf Social-Media-Plattformen wie etwa Facebook und X (vormals Twitter). Diese Zuspitzungen können problematisch werden, wenn sie komplexe Diskussionen auf wenige Zeichen reduzieren und für verkürzende und tendenziöse Angriffe instrumentalisiert werden. Zunehmend formen plakative Beurteilungen gesellschaftlich komplexer Konfliktdynamiken und undifferenziert erhobene Vorwürfe von Antisemitismus den demokratischen Diskurs in der Öffentlichkeit und führen zu Gesprächsabbrüchen. Zu den Kernaufgaben von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen muss es gehören, schwierige Diskussionen in stark polarisierten gesellschaftlichen Momenten zu ermöglichen. Mit diesen Aufgaben verbunden ist die Verantwortung, sich gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Islamophobie zu stellen, denn diese zerstören die Grundlagen demokratischen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens. Wenn es Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht gelingt, Diskussionsräume aufrechtzuerhalten und vorschnellen Verurteilungen etwas entgegenzusetzen, tragen sie dazu bei, das Vertrauen in demokratische Öffentlichkeiten zu beschädigen und spielen extremistischem Populismus in die Hände.

Wir sind tief besorgt über die Angriffe, denen renommierte und international angesehene Intellektuelle wie Masha Gessen und Ghassan Hage in Deutschland ausgesetzt sind. Als Sozial- und Kulturanthropolog:innen sind wir davon überzeugt, dass die akademische und zivilgesellschaftliche Debatte in Deutschland unterschiedliche Formen der Kooperation, der Diskussion und des Dissenses benötigt, um einen beständigen Perspektivwechsel zu ermöglichen und epistemische wie politische Gewissheiten herausfordern zu können. Wir rufen dazu auf, Universitäten und Forschungsinstitutionen als Diskussions- und Begegnungsräume zu erhalten, in denen Pluralität und Widerspruch willkommen sind und unterschiedliche, an Verständnis orientierte und sorgfältig begründete Standpunkte und Perspektiven entwickelt und kritisiert werden, um voneinander zu lernen.

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Statement of the Board of the German Association of Social and Cultural Anthropology (GASCA) on Academic Freedom in Germany

As the Executive Board of the German Society of Social and Cultural Anthropology (GASCA), we would like to voice our grave concern over the fact that researchers working in Germany are finding their fundamental rights to academic freedom and freedom of expression increasingly restricted. Both, research and international academic exchange are at risk of being impaired if renowned researchers who work internationally and who come to Germany with different political commitments and persuasions are told that they cannot freely pursue their work or make public statements in Germany.

We emphasize the absolute necessity of combating antisemitism, racism and islamophobia in Germany and worldwide. However, this cannot be achieved through the surveillance of academics, their academic work or statements they make as private persons, as has now been brought to our attention in several cases from Germany, Austria and Switzerland. We are concerned to see how academics, in particular those who come to Germany from contexts where political discussions are held differently, and/or those who are precariously employed, have to fear for their reputation or feel restricted in their freedom of expression when they comment on the Israel/Palestine conflict. Disputes over the Israel/Palestine conflict cannot be understood exclusively by means of theories of critiques of antisemitism. It is necessary and legitimate to take into account the historical, political, religious, cultural, economic, ethnic and nationalist dimensions of the conflict. The marginalization of academics who exercise their academic freedom and freedom of opinion as enshrined in German Basic Law must not become the vehicle through which debates are shaped in this country; on the contrary, these acts of marginalization prevent necessary debates.

The terror, war and destruction in Israel/Palestine and the immeasurable suffering on all sides has provoked an intensification of political positioning and polarized public debate. This is particularly true of debates on social media platforms such as Facebook and X (formerly known as Twitter). These intensifications can become problematic if they reduce complex discussions to a few characters and are instrumentalized for simplistic, often tendentious attacks. We are seeing our public sphere shaped by reductionist judgements of socially complex conflict dynamics and indiscriminate accusations of antisemitism that lead increasingly to the breakdown of conversations. This is why we insist that one of the core tasks of universities, research institutes and cultural institutions must be to maintain spaces for difficult discussions in highly polarized social moments. Linked to these tasks is the responsibility to take a stand against all forms of antisemitism, racism and islamophobia, all of which destroy the foundations of democratic coexistence and cooperation. If universities and research institutions do not succeed in cultivating spaces for discussion, including also discussions where we might disagree with each other, and if they cannot counter hasty condemnations with open debates, they contribute to destroying trust in democratic publics and play right into the hands of extremist populism.

We are deeply concerned over the attacks that renowned and internationally respected intellectuals such as Masha Gessen and Ghassan Hage are facing in Germany. As social and cultural anthropologists in Germany, we are convinced that debates in academic and civil society circles need to renew their commitment to discussion, dissent, and cooperation across difference in order to enable constant shifts in perspective and to challenge epistemic and political certainties. We urge universities and research institutions to commit themselves to building and maintaining spaces for discussion and encounter, which welcome plurality and contradiction. Only in such spaces can variously positioned, carefully reasoned and empirically founded perspectives be developed and mutually criticised, in order for us to learn from each other.

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Positionspapier zu Mittelbau und WissZeitVG

Der Vorstand unterstützt das Positionspapier des akademischen Mittelbaus zur Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, welches von der AG “Public Anthropology” und der Statusgruppe der „Nicht-professoralen Forschung und Lehre“ der DGEKW erstellt wurde. Hintergund ist die geplante Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), das die Befristungspraxis für Promotionen und die Post-Doc-Phase regelt. Problematisch bleibt weiterhin, dass es abseits der Professur kaum Stellenprofile gibt, die Planbarkeit und Sicherheit versprechen.

Das Thema beschäftigt den Vorstand bereits seit 2021. Es wurden mehrere Protestschreiben an Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger verfasst und unterzeichnet. Siehe u.a. eine Meldung hier vom Juni 2022.

 

NEU: Die ZfE|JSCA ab jetzt im Open Access

NEU: Die ZfE|JSCA ab jetzt im Open Access

ZfE|JSCA 148 (2023) Issue 1+2

Ab jetzt ist die Zeitschrift für Ethnologie|Journal of Social and Cultural Anthropology im Open-Access-Format online – Sie finden die beiden aktuellen Ausgaben von 2023 unter:

https://zfejsca.org/ojs/index.php/jsca/index

Wir danken an dieser Stelle der DFG für die Unterstützung durch die Förderung des Projektes “EthnOA – Open Access in den ethnologischen Fächern”, dem FID Sozial-und Kulturanthropologie, der Universitätsbibliothek Tübingen und unserem langjährigen Partner, dem Reimer Verlag und seinen Mitarbeiter*innen.

Mit besten Grüßen auch im Namen der Redaktion, Gabi Alex und Alexis von Poser

Stellungnahme des Vorstands zu Israel/Palästina

17.11.23

Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie zu Terror und Gewalt in Israel/Palästina und den polarisierenden Debatten in Deutschland

Als Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie stehen wir solidarisch mit den Menschen in Israel und aus aller Welt, die um ihre von der Hamas brutal ermordeten Angehörigen und Freund:innen trauern und um die verschleppten Geiseln fürchten. Unsere anhaltende Sorge gilt allen zivilen Opfern im Gazastreifen und den Menschen, die, aus ihren Häusern vertrieben, inmitten von Kampfhandlungen um ihr Leben fürchten müssen. Wir stehen an der Seite aller Menschen in Israel und Palästina, die in täglicher Angst vor Raketen, Bomben und Gewalt leben müssen und Angehörige verloren haben.

Als Sozial- und Kulturanthropolog:innen arbeiten wir grenzüberschreitend mit Menschen in ihren vielfältigen kulturellen, religiösen, sozialen und politischen Bezügen. Wir unterstützen alle Menschen, die sich für die Einhaltung von Menschen- und Völkerrecht einsetzen und Kriegsverbrechen verurteilen. Wir beobachten, dass Terror und Gewalt gegen Zivilbevölkerungen noch nie einen Konflikt gelöst haben, sondern zu einer Verhärtung von Feindschaften führen.

Mit großer Sorge nehmen wir eine zunehmende Polarisierung der gesellschaftlichen Diskussion in Deutschland wahr, die elementare Formen des Zuhörens und der Differenzierung erschwert. Antisemitismus und Rassismus haben auch in der Geschichte unserer Disziplin größten Schaden angerichtet und Menschenleben zerstört. Wir treten deshalb allen Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund von religiöser, ethnischer, sprachlicher oder kultureller Zugehörigkeit entschieden entgegen. Wir stehen in tief empfundener Solidarität mit allen jüdischen Menschen, die angesichts eines immer stärker zu Tage tretenden Antisemitismus in Deutschland und weltweit verunsichert und verängstigt sind. Wir sind alarmiert, wenn in Deutschland und Europa gesellschaftliche Gruppen in Medien und politischen Debatten unter Generalverdacht gestellt werden und antimuslimischer Rassismus in öffentlichen Diskursen sichtbar wird. Wir verstehen Migration und Pluralität als Bereicherung unserer Gesellschaft und unterstützten die Berliner Erklärung in Verteidigung der Migrationsgesellschaft.

Sozial- und kulturanthropologische Forschung besteht im Aufbau von Kooperationen, die einen beständigen Perspektivwechsel aller Beteiligten erfordern. Auch unsere internationalen Studierenden und Kolleg:innen sind jedoch zunehmend darüber verunsichert, ob und in wie weit an deutschen Universitäten und Kultureinrichtungen noch ein freier Austausch von Argumenten möglich ist. Wir stehen deswegen nachdrücklich für die Notwendigkeit von Kontextualisierung und Differenzierung in der wissenschaftlichen Arbeit und zivilgesellschaftlichen Debatte ein. Wir rufen dazu auf, Diskussions- und Begegnungsräume zu schaffen, in denen Pluralität und Widerspruch willkommen sind und unterschiedliche, an Verständnis orientierte und sorgfältig begründete Standpunkte und Perspektiven Platz finden. Als Vorstand der Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie bekennen wir uns zur demokratischen, postmigrantischen Gesellschaft in Deutschland, in der Menschen aller Zugehörigkeiten angstfrei und friedlich zusammenleben, zusammen diskutieren und zusammenarbeiten können.

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Carola Lentz ist neues Ehrenmitglied der DGSKA

Carola Lentz ist neues Ehrenmitglied der DGSKA

Auf der Zweijahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie in München hat die Mitgliederversammlung am 27. Juli 2023 Carola Lentz zum Ehrenmitglied gewählt. Die Ehrenmitgliedschaft in unserer Fachgesellschaft wird als Anerkennung für Kolleg*innen verliehen, die herausragende Verdienste im Fach erworben haben, sowohl in seiner fachlichen Tiefe als auch in seiner gesellschaftlichen Bedeutung. In der Laudatio heißt es:

„Carola Lentz gehört zu den renommiertesten und produktivsten Ethnolog*innen Deutschlands. Sie ist seit 2019 Seniorforschungsprofessorin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und seit 2020 Präsidentin des Goethe-Instituts.  […] Von 2011 bis 2015 war Carola Lentz Vorsitzende der DGSKA, damals noch Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde. In dieser Zeit hat sie nicht nur die Tagung 2013 in Mainz organisiert und war im Herausgebergremium der Zeitschrift für Ethnologie, sondern leistete auch eine historische Aufarbeitung der Vereinigung.

Ihre Fähigkeit, Perspektiven der Ethnologie in den interdisziplinären Dialog einzubringen, wurde 2016 durch ihre Wahl zur Sekretarin der Sozialwissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewürdigt, in die sie 2014 als Ordentliches Mitglied aufgenommen wurde. Sie ist damit eine der wenigen Ethnolog*innen in der Akademie. Von 2018 bis 2020 war sie Vizepräsidentin der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, und seit 2020 ist sie Mitglied der Leopoldina.

Carola Lentz hat intensive Feldforschungen auf zwei Kontinenten, Lateinamerika und Afrika, durchgeführt zu Themen wie Ethnizität, Kolonialgeschichte, Eigentumsrechte, Nationenbildung, Kultur- und Erinnerungspolitik. […]

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ihr ein besonderes Anliegen. Nicht nur die gründliche Ausbildung und Förderung ihre eigenen Studierenden und Doktoranden*innen, sondern auch die Möglichkeiten der globalen Integration afrikanischer Nachwuchswissenschaftler*innen stellt sie durch ihre Arbeit in den Vordergrund. Ihre Absolventen*innen sowie ehemaligen Mitarbeiter*innen tragen zum Teil maßgeblich zu Debatten in der aktuellen deutschen und internationalen Ethnologie bei.“

Verleihung des DGSKA-Dissertationspreises 2023

Verleihung des DGSKA-Dissertationspreises 2023

(von links: Kurt Beck, Valerie Nur, Gerd Spittler, Joh Sarre, Erdmute Alber, Carsten Mildner)

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) am 27. Juli in München wurde der Dissertationspreis unserer Fachgesellschaft verliehen.

Den 1. Preis erhielt Valerie Nur mit ihrer Arbeit „Handwerkliche Arbeit als soziale Praxis. Eine ethnologische Studie über die handwerklichen Praktiken der endogamen Handwerker*innengruppe der inadan des Air in Niger” (nominiert von Prof. Dr. Kurt Beck, Universität Bayreuth).

Die 2. Preise gingen an Carsten Mildner und seine Dissertation „DEAF-DEAF-DIFFERENT. ambiguities of being deaf in Benin” und Joh Sarre mit der Arbeit „Some call it slum, we call it home!” – Aushandlungen von Zugehörigkeit unter den nubischen Einwohner*innen Kiberas, Kenia“ (beide nominiert von Prof. Dr. Erdmute Alber, Universität Bayreuth).

Wir gratulieren den drei Preisträger*innen und ihren Betreuer*innen sehr herzlich und wünschen ihnen für Ihre weitere Laufbahn alles Gute.

Der Dissertationspreis der DGSKA wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung der Fachgesellschaft im Oktober 2017 eingerichtet und wird alle zwei Jahre verliehen. Nominiert werden können herausragende ethnologische Promotionsarbeiten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die auf ethnographischer Forschung basieren oder Themen der Fachgeschichte behandeln.

Mitgliederversammlung: neuer Vorstand, neue AGs und AKs

Auf der Mitgliederversammlung vom 27. Juli in München wurde ein neuer Vorstand gewählt. Hier das neue Team vom Institut für Ethnologie an der Universität zu Köln:

Vorsitzender: Prof. Dr. Martin Zillinger
Stellv. Vorsitzender: Dr. Franz Krause
Schatzmeisterin: Prof. Dr. Michaela Pelican
Pressereferentinnen: Dr. Simone Pfeifer, Dr. Nina ter Laan
AG/RG Koordination: Prof. Dr. Michael Bollig, Dr. Hauke Vehrs
Schriftführerin: Prof. Dr. Sandra Kurfürst

Auch ein nächstes Tagungsthema wurde bekannt gegeben: “Un/Commoning Anthropology”

Die Mitgliederversammlung beschloss die Gründung der folgenden AGs:

  • AG Studierendenvertretung
  • AG Mentoring und Diversität

Außerdem sollen zwei Arbeitskreise eingerichtet werden: einer zum Thema Forschungsdaten sowie einer zum Thema “Rassismuskritik in der Sozial- und Kulturanthropologie”.

Weiterhin wurde das Mandat des Arbeitskreises Ethikbegutachtungen um weitere zwei Jahre verlängert. Annette Hornbacher, Philipp Zehmisch und Michaela Pelican kommen als neue Mitglieder an Stelle von Thomas Kirsch, Michael Schönhuth und Anita von Poser dazu, die beide nach 6 Jahren aus dem Arbeitskreis ausscheiden.  Anna Lisa Ramella bleibt dem Arbeitskreis erhalten. Es wurde außerdem eine aktualisierte Fassung der Ethikpapiere verabschiedet.

Darüber hinaus hat die Mitgliederversammlung Prof. Carola Lentz, Präsidentin des Goethe-Instituts und ehemalige Vorstandsvorsitzende der DGSKA, zum Ehrendmitglied unserer Fachgsellschaft ernannt. Wir gratulieren Ihr herzlich.

Beschlossen wurde auch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Diese werden ab kommendem Jahr wie folgt gestaffelt und erhöht: für Studierende und Erwerbslose von 30€ auf 40€; für alle Personen mit Stellen bis zu 65% von 70€ auf 90€; für alle Personen mit Stellen >65% von 70€ auf 135€. Außerdem soll eine Fördermitgliedschaft für einen Beitrag von 200€ eingeführt werden.

 

 

Neuer boasblog zur Tagung online

Neuer boasblog zur Tagung online

boasblog „contested knowledge“

Um die anstehende DGSKA-Konferenz in München (25.-28.07.2023) thematisch zu begleiten, vor- und nachzubereiten und auch um alle, die nicht persönlich anwesend sein können, in unsere Diskussionen einzubinden, gibt boasblogs.org einen neuen Blog zum Tagungsthema „Umstrittenes Wissen/Contested Knowledge“ heraus.

Die einzelnen Beiträge erscheinen auf Deutsch oder Englisch. Den Auftakt machen die Beiträge „(Counter)public Contestations: Feminist Theorizing for Anthropological Ethics“ von Franziska Fay und Mario Schmidt und „Content Warning? Kritische und sensible Wissensvermittlung in der ethnologischen Lehre“ von Lamine Doumbia, Katrin Sowa, Hauke Peter Vehrs und Quyên Vo.

Wir laden herzlich zu Lektüre und Beteiligung ein: https://boasblogs.org/contestedknowledge/

Die Blog-Redaktion

To accompany the upcoming DGSKA conference in Munich (25-28 July 2023), to prepare and follow up on it, and also to involve all those who cannot be present in person in our discussions, boasblogs.org is publishing a new blog on our conference theme “Umstrittenes Wissen/Contested Knowledge”.

Individual contributions are published in German or English. The first contributions are “(Counter)public Contestations: Feminist Theorizing for Anthropological Ethics” by Franziska Fay and Mario Schmidt and “Content Warning? Kritische und sensible Wissensvermittlung in der ethnologischen Lehre“ by Lamine Doumbia, Katrin Sowa, Hauke Peter Vehrs and Quyên Vo.

We cordially invite you to read and participate: https://boasblogs.org/contestedknowledge/

The blog editors

Frag’ den FID!

Liebe Kolleg*innen,

der Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) lädt sehr herzlich ein zu:

Frag’ den FID! Offene Sprechstunde zu digitalen Infrastrukturen und Services für die Sozial- und Kulturanthropologie.

Im Sommersemester 2023 mit diesen Themen:

01.06.2023, 13 Uhr

Frag’ den FID! mit Sabine Imeri zum Thema ‚Forschungsdatenmanagement
Was kann Forschungsdatenmanagement mit Blick auf ethnografisches Material bedeuten? Müssen jetzt alle Forschungsdaten veröffentlicht werden? Wo können sich Forschende informieren und welche Hilfsmittel werden angeboten?

06.07.2023, 13 Uhr

Frag’ den FID! mit Michaela Rizzolli zum Thema ‚Ethnografische Forschungsdaten archivieren
Im Rahmen des FID SKA entstehen beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice Infrastrukturen und Workflows, die die dauerhafte Archivierung und die weitere (Nach)Nutzung ethnografischer Materialien ermöglichen. Was genau bedeutet das? Wer kann Material archivieren und/oder nachnutzen? Und wie geht das?

Die Veranstaltung kann ohne Anmeldung besucht werden, die Zugangsdaten finden Sie zeitnah hier auf der EVIFA-Webseite.

Wir bieten die 30-minütigen Online-Sprechstunden zweimal im Semester zu wechselnden Themen an. Wir geben kurze Inputs und beantworten Ihre Fragen. Wenn Sie selbst ein Thema für eine Sprechstunde vorschlagen möchten, kontaktieren Sie uns gerne unter info@evifa.de.

Wir freuen uns auf den Austausch und Ihre Fragen!

Herzliche Grüße, für das FID-Team, Sabine Imeri

Stellungnahme der DGSKA zur Tagung „Migration steuern, Integration gestalten“

Die von der Direktorin des “Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam” organisierte Konferenz “Migration steuern, Integration gestalten” vom 28.04.2023 an der Goethe-Universität Frankfurt hat ein breites Echo in den Medien sowie insbesondere in der Fachgemeinschaft der Sozial- und Kulturanthropologie ausgelöst. Im Zentrum der Kritik standen neben dem Kreis der eingeladenen Referent:innen rassistische und diskriminierende sowie den Holocaust verharmlosende Äußerungen, die im Zuge der Veranstaltung getätigt wurden. Das Institut für Ethnologie in Frankfurt, dem die Veranstalterin der Tagung angehört, sowie das Präsidium der Universität distanzierten sich von der Veranstaltung, erwarten eine Aufarbeitung des Vorfalls seitens der Veranstalterin und bekennen sich unmissverständlich zu kultureller Vielfalt ohne Diskriminierung:

https://www.uni-frankfurt.de/136463135/2023-04-29_Stellungnahme_pdf.pdf

https://aktuelles.uni-frankfurt.de/mitteilungen-des-praesidiums/stellungnahme-praesidium-der-goethe-universitaet-verurteilt-rassistische-und-holocaust-relativierende-wortwahl/

Die DGSKA schließt sich diesen Stellungnahmen ausdrücklich und vollumfänglich an. Sie verurteilt jede Form von rassistischen Äußerungen und Praktiken in aller Schärfe. Die Fachgesellschaft steht für Respekt und Offenheit, für Vielfalt und für die kritische Reflexion der eigenen Positionen im gesellschaftlichen Miteinander.

Siehe dazu auch ein Interview von Martin Sökefeld im Journal Frankfurt.