Ethik

Ethik

Ethikerklärung der DGSKA

Auf der Mitgliederversammlung der DGV¹ am 2.10.2009 in Frankfurt a. M. wurde die „Frankfurter Erklärung zur Ethik in der Ethnologie“ verabschiedet. Dabei handelt es sich nicht um ein festgefügtes Regelwerk, das vorschreibt, wie Ethnologen mit den vielfältigen ethischen Dilemmata umzugehen haben, denen sie im Rahmen ihrer Tätigkeit begegnen können. Vielmehr wird darin gefordert, sich kontinuierlich und immer wieder neu reflektierend mit den ethischen Dimensionen des eigenen Handelns auseinanderzusetzen.

Ethikpapiere

Im Rahmen der DGSKA-Konferenz in Konstanz hat die Mitgliederversammlung am 1.10.2019 vier Dokumente verbschiedet, die zum einen die Positionierung der Ethnologie bzw. Sozial- und Kulturanthropologie in Bezug auf Begutachtungsverfahrungen durch Ethikkommissionen definieren und zum anderen die fachinterne Reflexion über forschungsethische Aspekte in diesem Zusammenhang unterstützen sollen. Im Einzelnen haben diese vier Dokumente die folgenden Funktionen:

1. Die „Ethikleitlinien“ erläutern die Grundlagen und Verfahren für die ethische Begutachtung ethnologischer bzw. sozial- und kulturanthropologischer Forschungen sowie den Gebrauch und die Adressaten der damit zusammenhängenden Papiere.

2. Das Dokument für die Reflexion über forschungsethische Fragen in ethnologischen bzw. sozial- und kulturanthropologischen Forschungen kann/soll im Rahmen von Betreuungs- (z.B. zwischen Promovierenden und ihren GutachterInnen) oder alternativ in Peer-to-Peer-Gesprächen (insb. fortgeschrittenen FachvertreterInnen) eingesetzt werden. Ergänzt ist dieses Dokument durch ein Formular, das die Durchführung des Gesprächs bestätigt: dieses Formular ist für den internen Gebrauch bestimmt bzw. kann bei Bedarf Ethikkommission als Nachweis über das erfolgte Gespräch vorgelegt werden – die Gesprächsinhalte selbst hingegen nicht.

3. Das Dokument für die Reflexion über sicherheitsrelevante Aspekte von Forschungen im Fach wird eigenverantwortlich durch die Forschenden selbst ausgefüllt und verbleibt ausschließlich bei diesen.

4. Der „Policy-Brief“ für Ethikkommission bzw. Förderorganisationen erläutert die Grundprinzipien ethnologischen bzw. sozial- und kulturanthropologischen Forschens zusammenfassend und kann Anträgen insbesondere in denjenigen Fällen beigelegt werden, wo ein Ethikvotum verlangt ist. In diesen Fällen kann auch das unter (2) genannte, unterzeichnete Formular über die erfolgte Durchführung eines Betreuungs- bzw. Peer-to-Peer-Gespräch eingereicht werden.