Workshop zu Zweitveröffentlichungen und Open Access

Alle Mitglieder der DGSKA sind zu folgendem Workshop eingeladen:

Darf ich das hochladen? Ethnologische Publikationen zwischen Paywall und freiem Zugang

Juni 2024, 15–16:30 Uhr, online

Viele wissenschaftliche Publikationen, die auf klassischen Wegen in Büchern oder Zeitschriften veröffentlicht wurden, können nachträglich in Open Access überführt und nachhaltig im Netz archiviert, auffindbar und nachnutzbar gemacht werden.

Im Online-Workshop stehen Zweitpublikationen, auch Grüner Open Access oder self archiving genannt, im Fokus. Warum lohnt es sich für Forschende, ihre Verlagspublikationen zur offenen Nachnutzung freizugeben? Unter welchen rechtlichen und vertraglichen Bedingungen dürfen die eigenen Texte online zugänglich gemacht werden? Wo können Zweitpublikationen abgelegt werden und welche Unterstützung bieten Bibliotheken, Repositorien und Open-Access-Akteure?

Der Online-Workshop ist ein Angebot der Fachgesellschaften DGEKW und DGSKA für ihre Mitglieder und wird vom DFG-geförderten Projekt EthnOA – Open Access in den ethnologischen Fächern (Teilprojekt des FID SKA) und dem BMBF-geförderten Projekt open-access.network ausgerichtet. Neben einer Einführung haben Teilnehmende die Möglichkeit in einer Q&A-Session offene Fragen zu platzieren.

Der Workshop findet am 24. Juni 2024 von 15–16:30 Uhr in Webex (Datenschutzhinweise, PDF) statt.

Bei Interesse bitten wir Sie um eine Anmeldung zur Veranstaltung bis zum 20. Juni 2024 über das DFN-Buchungstool (https://t1p.de/2ctq9). Das Angebot ist kostenfrei, die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Bei Fragen zur Veranstaltung senden Sie gerne eine E-Mail an Dr. Kathleen Heft (Projekt EthnOA, kathleen.heft@ub.hu-berlin.de) oder an Linda Martin (Projekt open-access.network, linda.martin@open-access-berlin.de).

Info-Veranstaltung zu NFDI am 25.4. 10Uhr

Liebe Kolleg:innen,

die Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW) und die Deutsche Gesellschaft Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) laden ihre Mitglieder und Interessierte herzlich zu einer zweiten digitalen Gesprächsrunde mit den Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) am Donnerstag, 25. April 2024 von 10:00 bis 12:00 Uhr ein.

Im Juni 2022 hatten wir bereits eine erste Informationsveranstaltung für Interessierte aus unseren Fächern organisiert. Es hat sich mittlerweile einiges getan und es sind neue Konsortien hinzugekommen. Daher stellen sich folgende Fragen:

  • Wie ist der aktuelle Stand in den Konsortien Text+, KonsortSWD und NFDI4Culture? 
  • Welche Erfahrungen gibt es und wurden entstehende Services mit direktem Bezug zur Empirischen Kulturwissenschaft sowie der Sozial- und Kulturanthropologie entwickelt?
  • Was sind und was tun die neuen Konsortien NFDI4Memory und NFDI4Objects?
  • Und welches Potenzial haben sie für unsere Fächer?

Mit der NFDI sollen bestehende digitale Infrastrukturen und Datensammlungen vernetzt, nachhaltiges Forschungsdatenmanagement etabliert und Services für den Umgang mit Forschungsdaten und Forschungsdatenarchivierung weiter entwickelt werden. Dazu werden im Wettbewerbsverfahren sog. Konsortien gefördert, die sich vor allem entlang der Fächer bzw. Fachgruppen organisieren. In diesem Sinne sind die Arbeit fachlich naher NFDI-Konsortien – welche durch die DGEKW und DGSKA in Teilen bereits in der Antragsphase mit Letters of Support unterstützt wurden – und die dort verhandelten Prozesse und Standards für unsere Fächer relevant:

NFDI4Memory Konsortium für historisch arbeitende Geisteswissenschaften
NFDI4Objects Forschungsdateninfrastruktur für die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheitsgeschichte
KonsortSWD Konsortium für Daten der Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und
Wirtschaftswissenschaften à Vorstellung von  Qualidata Network
NFDI4Culture Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter
Text+ Konsortium für text- und sprachbasierte Forschungsdaten à Vorstellung der Beria Collection im Spracharchiv Köln: Erweiterung, Überarbeitung und
Auswertung der Datensammlung einer unterbeschriebenen afrikanischen Sprache

Mit ethnografischen und qualitativen, aber auch historischen Materialien können unsere Fächer Besonderheiten und ein vielfältiges Spektrum an Daten in die Arbeit der Konsortien einbringen. Gleichzeitig haben wir spezifische Bedürfnisse, die wir im Prozess artikulieren sollten, damit sie berücksichtigt werden.

Mit dieser Veranstaltung möchten wir den weiteren Austausch mit den Konsortien und den gegenseitigen Kenntnisstand befördern sowie die Vernetzung verbessern. Wir haben die Konsortien gebeten, Einblicke in ihre Ausrichtung, Ziele und konkreten Arbeiten zu geben und von ihren Erfahrungen zu berichten. Der Schwerpunkt liegt dann auf Rückfragen und einer gemeinsamen Diskussion darüber, wie und in welchen Formen und Formaten Austausch und Zusammenarbeit künftig ausgestaltet werden können.

Stellungnahme des Vorstands zur Wissenschaftsfreiheit in Deutschland

12.2.2024

*** English version ***

***Pour la version française, visitez le blog Academia***

Als Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) beobachten wir mit großer Sorge, dass sich in Deutschland arbeitende Wissenschaftler:innen immer stärker in der Wahrnehmung ihrer Grundrechte der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen. Forschung und internationaler akademischer Austausch drohen umfassend beeinträchtigt zu werden, wenn unterschiedlich positionierte und international arbeitende Spitzenforscher:innen vermittelt bekommen, dass sie ihrer Arbeit in Deutschland nicht frei nachgehen oder öffentlich Stellung nehmen können.

Wir betonen die unbedingte Notwendigkeit, Antisemitismus, Rassismus, und Islamophobie in Deutschland und weltweit zu bekämpfen. Dies lässt sich jedoch nicht durch die Überwachung von Wissenschaftler:innen, ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer persönlichen Stellungnahmen erreichen, wie es nun in mehreren Fällen aus Deutschland, Österreich, und der Schweiz an uns herangetragen wurde. Wir beobachten mit Sorge, wie insbesondere Wissenschaftler:innen, die aus Diskussionskulturen im Ausland nach Deutschland kommen oder zeitlich befristete Stellen annehmen, um ihren Ruf fürchten müssen und sich in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen, wenn sie sich zum Israel/Palästina-Konflikt äußern. Auseinandersetzungen um den Israel/Palästina-Konflikt lassen sich nicht ausschließlich mit den Mitteln der Antisemitismustheorie oder -kritik einordnen. Es ist notwendig und legitim, historisch gewachsene, politische, religiöse, kulturelle, ökonomische, ethnische und nationalistische Konfliktdimensionen mit in den Blick zu nehmen und zu diskutieren. Die Ausgrenzung von Wissenschaftler:innen, die ihre im Grundgesetz verankerte Wissenschafts- und Meinungsfreiheit wahrnehmen, darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein; vielmehr werden dadurch notwendige Debatten verhindert.

Angesichts von Terror, Krieg und Zerstörung in Israel/Palästina und unermesslichem Leid auf allen Seiten beobachten wir eine Zuspitzung von Stellungnahmen und öffentlichen Positionierungen. Dies betrifft in besonderem Maße international meinungsstark geführte Debatten auf Social-Media-Plattformen wie etwa Facebook und X (vormals Twitter). Diese Zuspitzungen können problematisch werden, wenn sie komplexe Diskussionen auf wenige Zeichen reduzieren und für verkürzende und tendenziöse Angriffe instrumentalisiert werden. Zunehmend formen plakative Beurteilungen gesellschaftlich komplexer Konfliktdynamiken und undifferenziert erhobene Vorwürfe von Antisemitismus den demokratischen Diskurs in der Öffentlichkeit und führen zu Gesprächsabbrüchen. Zu den Kernaufgaben von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen muss es gehören, schwierige Diskussionen in stark polarisierten gesellschaftlichen Momenten zu ermöglichen. Mit diesen Aufgaben verbunden ist die Verantwortung, sich gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Islamophobie zu stellen, denn diese zerstören die Grundlagen demokratischen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens. Wenn es Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht gelingt, Diskussionsräume aufrechtzuerhalten und vorschnellen Verurteilungen etwas entgegenzusetzen, tragen sie dazu bei, das Vertrauen in demokratische Öffentlichkeiten zu beschädigen und spielen extremistischem Populismus in die Hände.

Wir sind tief besorgt über die Angriffe, denen renommierte und international angesehene Intellektuelle wie Masha Gessen und Ghassan Hage in Deutschland ausgesetzt sind. Als Sozial- und Kulturanthropolog:innen sind wir davon überzeugt, dass die akademische und zivilgesellschaftliche Debatte in Deutschland unterschiedliche Formen der Kooperation, der Diskussion und des Dissenses benötigt, um einen beständigen Perspektivwechsel zu ermöglichen und epistemische wie politische Gewissheiten herausfordern zu können. Wir rufen dazu auf, Universitäten und Forschungsinstitutionen als Diskussions- und Begegnungsräume zu erhalten, in denen Pluralität und Widerspruch willkommen sind und unterschiedliche, an Verständnis orientierte und sorgfältig begründete Standpunkte und Perspektiven entwickelt und kritisiert werden, um voneinander zu lernen.

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Positionspapier zu Mittelbau und WissZeitVG

Der Vorstand unterstützt das Positionspapier des akademischen Mittelbaus zur Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, welches von der AG “Public Anthropology” und der Statusgruppe der „Nicht-professoralen Forschung und Lehre“ der DGEKW erstellt wurde. Hintergund ist die geplante Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), das die Befristungspraxis für Promotionen und die Post-Doc-Phase regelt. Problematisch bleibt weiterhin, dass es abseits der Professur kaum Stellenprofile gibt, die Planbarkeit und Sicherheit versprechen.

Das Thema beschäftigt den Vorstand bereits seit 2021. Es wurden mehrere Protestschreiben an Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger verfasst und unterzeichnet. Siehe u.a. eine Meldung hier vom Juni 2022.

 

NEU: Die ZfE|JSCA ab jetzt im Open Access

NEU: Die ZfE|JSCA ab jetzt im Open Access

ZfE|JSCA 148 (2023) Issue 1+2

Ab jetzt ist die Zeitschrift für Ethnologie|Journal of Social and Cultural Anthropology im Open-Access-Format online – Sie finden die beiden aktuellen Ausgaben von 2023 unter:

https://zfejsca.org/ojs/index.php/jsca/index

Wir danken an dieser Stelle der DFG für die Unterstützung durch die Förderung des Projektes “EthnOA – Open Access in den ethnologischen Fächern”, dem FID Sozial-und Kulturanthropologie, der Universitätsbibliothek Tübingen und unserem langjährigen Partner, dem Reimer Verlag und seinen Mitarbeiter*innen.

Mit besten Grüßen auch im Namen der Redaktion, Gabi Alex und Alexis von Poser